Exmatrikulator
Aus Bildungsstreik 2009
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[Bearbeiten] Kurzbeschreibung
Exmatrikulator: Bei einer Aktion an der LMU München exmatrikulieren Mitarbeiter des "Dekanats" StudentInnen, welche die Studiengebühren nicht bezahlen konnten.
An der Uni Freiburg ausprobiert: Macht echt Spaß! Zitat Prof: "Ja aber kann man das nicht anders regeln? Er könnte doch Hörergeld für diese Veranstaltung bezahlen!" Applaus als die Aktion aufgedeckt und Flyer verteilt wurden...
[Bearbeiten] Was soll erreicht werden
- Direkte Einbindung der anderen Studierenden und Dozierenden in das Geschehen, dadurch Auseinandersetzung mit dem Thema Studiengebühren.
- Die Aktion zieht viel Aufmerksamkeit auf sich und eignet sich daher auch sehr gut zur Mobilisierung
[Bearbeiten] Was wird benötigt
- Eine bis drei Personen:
- Exmatrikulator
- Gehilfe
- Rausgeworfene/r (kann ggfs. auch spontan jemand aus der Vorlesung angefragt werden)
- Seriöse Klamotten
- Flyer
[Bearbeiten] Wie wird die Aktion konkret durchgeführt
[Bearbeiten] Mit dem Prof absprechen (optional, aber sinnvoll)
Am allerbesten (aber zusätzlicher Aufwand) ist es, die Aktion mit dem Prof abzusprechen. Am besten in einer ruhigen Minute mit dem Prof die Aktion erklären. Das ist eine gute Möglichkeit mit dem Prof über die Themen des Bildungsstreiks zu diskutieren und Argumente zu überbringen. Kurz vorher anfragen ist nicht so sinnvoll, da in der kurzen Zeit die Aktion nicht verstanden wird und außerdem keine Zeit für ihnhaltliche Argumente bleiben. Man kann auch einfach unangekündigt in die Vorlesung platzen, was auch gut funktioneren kann. Dann hat halt keine Diskussion mit dem Prof stattgefundne, und es besteht die Gefahr, dass es eine Diskussion über das Stören der Vorlesung, statt über das Thema der Aktion gibt.
[Bearbeiten] Jemanden in die Vorlesung setzen
Eine eingeweihte Person sollte (am besten von Anfang an und irgendwo in der Mitte) im Hörsaal sitzen und wissen, auf welchen Namen sie hört.
[Bearbeiten] Exmatrikulieren
Rein in die Vorlesung, und den Prof höflich aber bestimmt unterbrechen:
"Entschuldigung, Schmidt von der Studiengebühreneinzugszentrale ich müsste ganz kurz das Micro benutzen, um eine wichtige Durchsage zu machen."
"Guten Tag liebe Studierende, Schäfer mein Name, Studiengebühreneinzugszentrale. Es tut mir leid, dass ich diese Veranstaltung unterbrechen muss. Ich tue das ja auch nicht gerne, aber ich bin aus einem wichtigen Grund hier. Ist hier der Student "Max Mustermann" anwesend? "Max Mustermann", Matrikelnummer 2712345? Herr Mustermann, ich denke sie wissen warum ich hier bin. Sie haben unsere Briefe erhalten, wir haben sie mehremals gemahnt zuletzt auch per Einschreiben: sie haben Ihre Studiengebühren nicht bezahlt. Nachdem wir Ihnen nun letzte Woche ein Ultimatum geschickt haben, muss ich Sie nun bitten die Vorlesung zu verlassen und diese auch zukünftig nicht mehr zu besuchen."
Der "Kollege" geht jetzt los und bittet den aufgeforderten mitzukommen. In dieser Zeit kann der Exmatrikulator noch ein bisschen seine Aufgabe und Motivation ausführen. Hier dazu einige Fragmente und Antworten auf bestimmte Situationen:
- Wie wir mit ihrem bisherigen schwarz-hören umgehen, müssen wir dann noch klären. Ich denke, sie können die bisher beanspruchten Leistungen anteilig und gegebenenfalls in Raten bezahlen.
- Auf die Frage "wie ist ihr Name (ich will mich bei ... beschweren)?": "Schäfer, Klaus Schäfer, Dezernat 4. Fragen Sie nach und sagen sie Herr Schäfer, dann wissen die wer unterwegs war."
- "Studieren ist nicht mehr kostenlos. Sie konsumieren hier Fachwissen und nehmen Leistungen in Anspruch für die Sie bezahlen müssen. Wo kämen wir denn da hin, wenn einfach jeder diese Vorlesung kostenlos hören könnte. Sie können ja auch nicht ohne zu zahlen ins Kino gehen."
- "Herr Mustermann, da müssen Sie auch Verständnis haben. Ich hatte es ja schon in meinem letzten Schreiben erwähnt, wenn Sie es nicht mal schaffen, sich so weit zu disziplinieren, dass Sie 500 EUR im Semester zusammen bekommen, dann sollten sie sich ja ohnehin einmal überlegen, ob Sie hier überhaupt an der Richtigen Adresse sind. In dieser exzellenten Bildungseinrichtung wie dieser werden Sie ja ohnehin nicht weit kommen."
Mit einem wie dem letzten vorgeschlagenen Satz wird die Sache wahrscheinlich langsam unglaubwürdig... auf jeden Fall ist der Studierende dann bald mal aus dem Hörsaal hinausgeführt. Jetzt kann man das ganze auflösen, während Exmatrikulierter und Gehilfe Flyer verteilen.
Liebe Kommilitoninnen und Kommilitonen, nein natürlich wird Max nicht exmatrikuliert, sondern kann hier bleiben. Er hat ja auch seine Studiengebühren bezahlt. Jeder und jede von euch hat die Studiengebühren bezahlt, die Leute, die sie nicht bezahlt haben, sind nämlich schon seit zwei Jahren nicht mehr an der Uni. Damit - aber nicht nur damit - haben wir ein Problem. Informiert euch über diese Themen und kommt zu blabla dannunddann dortunddort!
