Diskussion:Ziele

Aus Bildungsstreik 2009

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Mal ein paar Ideen/Ansätze für Forderungen bzw. Ziele:

  • Basisdemokratische Organisation der gesamten Uni unter gleichberechtigter Beteiligung aller Studenten, Lehrenden und sonstigen Mitarbeitern der Uni!

Begründung: Nur auf diese Weise kann die Organisation der Uni langfristig optimiert werden. Nur dadurch können die Interessen aller Beteiligten an der Uni eingebracht und umgesetzt werden.

  • Abbau hierarchischer Strukturen an der Universität und Ersatz durch Netzwerkstruktur

Begründung: Netzwerkstrukturen eigenen sich viel besser für die Ressourcenallokation und ermöglichen eine größere Vielfältigkeit und Offenheit. Beispiele in Richtung Umsetzung: Stärkung der Verantwortung und Übertragung von Rechten von der Universitätsleitung auf die Fakultäten; entsprechend: Stärkung der Verantwortung und der Rechte der Lehrstühle --> der einzelnen Professoren und Lehrenden --> der Studierenden

  • Freier Zugang zur Uni für alle Interessierten! Aufhebung aller bürokratischen Hürden, die bildungswillige Menschen davon abhalten, an der Uni zu lernen.

Begründung: Die Uni muss Bestandteil der Gesellschaft sein und darf sich nicht von ihr durch Zugangshürden absondern. Es gibt bereits einige Entwicklungen in diese Richtung, die zugegebenermaßen jedoch eher "Show" sind, z.B. Senioren-und Kinderuniversität, Zugang zur Hochschule für Personen ohne "Hochschulreife auf dem Papier".

  • Vollständige Finanzierung der Bildung aller Studierenden!

Begründung, Ansatz und Erläuterung: In Kanada wird beispielsweise die Bildung von Schülern folgendermaßen unterstützt. Für jeden Schüler wird zur Förderung vom Staat eine Pauschale (von ca. 1000$ pro Monat) bereitgestellt, die von den Eltern des Schülers für Besuche von Schulen oder auch für die Unterrichtung/Bildung zuhause (Thema Homeschooling/Unschooling) ausgegeben werden kann/muss (Bescheinigungen sind vorzulegen). Dadurch wird die Steigerung der Qualität des Lehrangebots der staatlichen/privaten Bildungseinrichtungen angeregt. In Deutschland wird bezüglich der Finanzierung von freien Privatschulen aus den Kosten der öffentlichen Schulen pro Schüler ein Schülerausgabensatz ermittelt (zur Zeit bei ca. 3000€ pro Jahr), der dann (je nach Bundesland unterschiedlich) zu 60-90% an die privaten Schulen zu deren Finanzierung weitergeleitet wird (zumindest nach drei Jahren Bestehen der Privatschule). Soweit zur Vorgeschichte. Warum sollte man das unter anderem in Kanada nachgewiesenermaßen erfolgreiche System nicht in ähnlicher Weise für die Finanzierung der Unibildung einsetzen? Das heisst z.B. ganz grob als Idee/Ansatz: Ermittlung einers Studierendenausgabensatzes: Was kostet ein Student im Schnitt in Deutschland (pro Studium/pro Semester/pro Lehrveranstaltung?)? Diesen Ausgabensatz könnte man (evtl mit einem gewissen Abschlag) dann direkt an die Studenten auszahlen. Die Studenten wählen selbst die Universitäten und Veranstaltungen, die sie für ihre Bildung besuchen möchten, und melden sich entsprechend für die Veranstaltungen an. Die Veranstalter der Lehrveranstaltung geben direkt die Rahmenbedingungen der Veranstaltung an (Termine, Ort, Kosten, Art der Bescheinigung,..). Die Studenten haben damit die volle Kontrolle darüber welche Veranstaltungen sie besuchen möchten (Qualität, Termine, Bescheinigungen, Zeit-/Arbeitsaufwand..) und die Lehrenden haben die volle Kontrolle darüber, welche Veranstaltung sie anbieten möchten und wie die Veranstaltung durchgeführt wird. Über die Bescheinigungen durch die Veranstalter der Lehrveranstaltungen können und sollten die Studenten dann Ihre Bildungsaktivität nachweisen. Die Regelungen der Finanzflüsse (Staat->Student->Lehrveranstalter) und der Nachweise (Lehrveranstalter-> Student->Staat?) muss dabei natürlich präzisiert werden, um zu garantieren, dass das Geld tatsächlich in die Bildung der Studenten geht und in Sachen (Zwischen-)Finanzierung weder negative Folgen für den Staat noch für den Studenten entstehen. Fragen wären hier sicherlich, wie weit pauschale Vorauszahlungen vom Staat an den Studenten notwendig sind und wie diese geregelt werden, sowie wie das Zurückfliessen der vom Studenten nicht verwendeten Bildungsgelder an den Staat geregelt werden soll.

Natürlich ist dieser Ansatz sehr grob und ausarbeitungsbedürftig!!! Er könnte jedoch helfen, einige Probleme zu beseitigen:

--> bessere Verteilung der Geldmittel auf qualitativ hochwertige Angebote, d.h. mehr Geld für Qualität / mehr Qualität fürs Geld
--> keine Geldverschwendung für von den Studenten nicht nachgefragte Veranstaltungen!
--> Zuteilung der Gelder an alle Studierwilligen (d.h. völlige Aufhebung der Zutrittsbarrieren für grosse "soziale Schichten"); Bereitsstellung der Finanzierung durch den Staat
--> Ressourcenallokation durch alle jeweils Beteiligten
--> Möglichkeit der Internationalisierung dieses Ansatzes: Vergleich der Nachfragen der Studenten nach bestimmten Veranstaltungen,...
--> Wahl der Lehrinhalte gelangt vollständig in die Hand der Studenten. Dennoch ist die Gestaltung der Vernstaltung durch die Lehrenden möglich

Tja, wäre das ein Ansatz? Die Lehrenden sind frei zu forschen und zu lehren; die Studenten sind frei zu lernen und Wissen zu erhalten. Wenn dazu noch die bisher (mehr oder weniger) scharfe Trennung zwischen Studierenden und Lehrenden aufgehoben wird, dann kann das Wissen endlich wirklich fliessen und sich entwickeln! Ingo, 12. November 2009 23.50

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