Da einige lokalen Bündnisse bei sich nicht die Kapazitäten sehen großartig für Proteste kommenden Herbst zu mobilisieren, wird es keine Aktionswoche oder Aktionstag als “bundesweiter Bildungsstreik” vorerst geben.
Stattdessen werden die lokalen Bündnisse dazu aufgerufen sich an den vielen Protesttagen der Gewerkschaften (eine genaue Auflistung folgt bald) und der “Global Wave of Action for Education” zu beteiligen.
Um gemeinsam Aktionen zu koordinieren und stärker unsere Ansichten kundzutun, habe einige Aktive auf dem bundesweiten Treffen das “Free Education Movement” (FEM) initiiert. Unter diesem Namen können sich Gruppen und Bündnisse zusammenfinden, um gemeinsam diesen Herbst/Winter Aktionen, Proteste und Veranstaltungen in die Öffentlichkeit zu tragen. Verbindendes Element ist die internationale “gemeinsame Erklärung“. Der 17.11. hat sich als möglicher zentraler Aktionstag herauskristallisiert, da dieser Tag auch den “International Students’ Day” markiert und einen Höhepunkt der “Global Wave” darstellen wird. Auch in einigen Städten in Deutschland wird sich bereits auf diesen Tag vorbereitet, so z.B. in Hessen (dezentraler Aktionstag).
Außerdem wurden zwei größer angelegte Treffen andiskutiert, bei welchen die “Reflektion” und “Ausarbeitung von Perspektiven” im Vordergrund stehen soll.
Eines davon ist eher für Ende September und das andere für Ende November angesetzt. Sobald es mehr dazu gibt, werden die Einzelheiten auch hierzu bekannt gegeben.
Ausgehend vom Treffen am 08.08.2010 in Berlin hat das bundesweite Bildungsstreik-Plenum beschlossen die “Global Wave of Action for Education“, welche am 07.Oktober in Form des “National Day of Action for Education” in den U.S.A. beginnt und mindestens bis Ende November andauert, zu unterstützen.
Wir ermutigen alle bildungspolitisch aktiven Gruppen, die sich für freie und emanzipatorische Bildung einsetzen, dazu, sich in die Koordination auf internationaler Ebene einzubringen und durch lokale und regionale Proteste an der “Global Wave” zu beteiligen.
Wir halten es für unabdingbar sich ebenfalls auf globaler Ebene zu vernetzen und zusammenzuschließen. Wir wollen hiermit alle lokalen Bildungsstreik-Bündnisse dazu ermuntern, insbesondere in der Woche vom 15.-21.November, mit diversen Aktionen sich dem globalen Protest anzuschließen und eine Verbindung zwischen den konkreten Problemen vor Ort und den Aktivitäten auf globaler Ebene zu schaffen. Den 17.November machen wir hierbei als einen Höhepunkt aus, da dieses Datum den “International Students’ Day” markiert.
Wir unterstützen explizit die internationale “gemeinsame Erklärung” und rufen alle Gruppen und Aktiven dazu auf dies ebenfalls zu tun.
We suggest all groups involved in the struggle for free and emancipatory education to get involved in the co-ordination efforts on the international level and join the “Global Wave” by arranging protests locally and regionally.
We recognize the necessity to network and unite on the global level. Therefore we herewith encourage all local “Bildungsstreik” alliances to join the global protests by arranging various actions, especially during the week of Nov.15-21st. By doing so a valuable connection between the specific problems on the local level and the activities on the global level can be made. We make out Nov.17th as a highlight, since this day marks the “International Students’ Day“.
We explicitly express our support for the international “joint statement” and call on all groups and activists to do so as well.
Worldwide together for free and emancipatory education for all this fall!
The federal plenary meeting of the “Bildungsstreik” network at the Institute of Technology in Berlin on 08/08/2010.
]]>Das bundesweite Bildungsstreik-Plenum am 08.08.2010 in Berlin solidarisiert sich mit den Studierenden an der Chittagong Universität in Bangladesch, welche gegen die Erhöhung von Studiengebühren seit 2 Wochen kämpfen. Wir verurteilen die Angriffe und Repressionsmaßnahmen seitens des Staatsapparates und des Universitätspräsidiums aufs Schärfste und verstehen den Protest der Studierenden auch als Teil unseres gemeinsamen Kampfes um freie und emanzipatorische Bildung für alle.
Wir wünschen den Verletzten der Angriffe am 02.August eine schnelle Genesung und werden uns aktiv für eine gemeinsame “Global Wave of Action for Education” in diesem Herbst einsetzen!
Solidarische Grüße,
das bundesweite Bildungsstreik-Plenum am 08.08.2010 an der TU Berlin.
Einzelheiten zu den Protesten in Chittagong mit Bildern und Videos gibt es hier: http://emancipating-education-for-all.org/clashes_chittagong
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We wish all those injured during the attacks on August 2nd to get well soon and commit ourselves to get actively involved for a united “Global Wave of Action for Education” this fall!
In Solidarity,
the federal plenary meeting of the “Bildungsstreik” on August 8th 2010 at the Berlin Institute of Technology.
Details on the protests in Chittagong are available here: http://emancipating-education-for-all.org/clashes_chittagong

on the banner it says: “Withdraw all types of fee increases! Students against hike of tuition fees!“
]]>Die Berliner Vorbereitungsgruppe hat dazu Räume auf dem Campus der TU Berlin organisiert, kümmert sich um Infrastruktur, Verpflegung und dergleichen. Die Adresse lautet: Straße des 17. Juni 145, 10623 Berlin. (Nahe U-Bahnhof Ernst-Rheuter-Platz (U2) und S+U Zoologischer Garten). Die Konferenz beginnt am Freitag um 14:30 Uhr im Raum EB 222 und endet am Sonntag um 14:00 Uhr.
Bitte schickt, wenn ihr kommen wollt, eine Anmeldung an
bildungsstreik.konferenz.berlin@googlemail.com – insbesondere falls ihr einen Schlafplatz benötigt und keine Bekannten in Berlin habt. Meldet euch auch, falls ihr eine AG auf dem Treffen bilden wollt und dafür Räumlichkeiten benötigt.
Wenn ihr als Bündnis/Gruppe zur Konferenz kommt, reicht uns natürlich eine Mail für alle. Im Idealfall schreibt ihr dann auch gleich, wenn ihr eine Mitfahrgelegenheit anzubieten habt, damit wir das an andere Interessierte weitersagen können. Letzteres könnt ihr unkompliziert als Kommentar zu diesem Artikel hier hinzufügen.
Sendet uns auch gerne Diskussionspapiere. Wir werden sie auf bildungsstreik.net veröffentlichen und auf ihrer Grundlage versuchen, einen Tagesordnungsvorschlag zu erarbeiten.
Wir sehen uns im August!
Konferenz AG
des Berliner Bildungsstreik-Bündnisses
Handy: 01743648693
Mail: bildungsstreik.konferenz.berlin@googlemail.com
“Globale Aktionswelle für Bildung”
Ein internationales Netzwerk von Bildungsaktivist*innen kündigt für den Herbst 2010 gemeinsame Proteste an. Aktive aus aller Welt veranstalten morgen im Zuge des “Day of United Symbolic Actions” Aktivitäten gegen die zunehmende Privatisierung öffentlicher Bildung.
Im Oktober und November 2009 gab es bereits massenhaften Protest gegen die zunehmende Privatisierung öffentlicher Bildung, den “Bologna-Prozess” und die damit verbundenen Probleme, sowie für freie und emanzipatorische Bildung mit uneingeschränktem Zugang für alle!
Die letzten Monate wurden genutzt, um das weltweite Netzwerk zwischen den Bildungsaktivist*innen zu stärken und deutlich zu machen, dass alle Gruppen erfolgreicher ihrem Bestreben sein werden, wenn sie sich auf globaler Ebene vereinen. Schließlich sind die Probleme in großem Ausmaß identisch.
Das „International Student Movement“ ist eine unabhängige Plattform, die sich zahlreicher Internetwerkzeuge bedient, um einen umfassenden Informationsfluss und die allgemeine Kommunikation zwischen Aktivist*innen in Australien, Nepal, den USA, Puerto Rico, Großbritannien und anderswo auf der Welt zu ermöglichen.
Hunderte Menschen aus vielen verschiedenen Regionen der Welt, die sich mit dem Zustand von Bildung auseinandersetzen, fanden sich an der Ruhr-Universität in Bochum für den “European Education Congress” Ende März 2010 zusammen, um Visionen auszutauschen und Beziehungen über staatliche Grenzen hinweg zu knüpfen. Der Kongress zeigte wieder einmal deutlich, dass die zunehmenden Kosten für den individuellen Zugang zu Bildung, Einschnitte in den Haushalten und eine Zunahme des Einflusses von Wirtschaftsinteressen (durch extra aufgestellte Gremien – wie z.B. den Hochschulrat) und eine kontinuierliche Entdemokratisierung von Bildungseinrichtungen – um nur einige zu nennen – bei weitem keine Probleme sind die sich auf die lokale oder nationale Ebene reduzieren lassen – sondern tatsächlich Menschen überall betreffen. Wie Mutiara Ika, eine studentische Aktivistin in Indonesien, es ausdrückt: „Der Einsatz für freie Bildung kennt einfach keine Grenzen!“. Sie setzt fort: „Freie und emanzipatorische Bildung für alle ist eine grundsätzliche Voraussetzung für jede Gesellschaft, welche sich als demokratisch versteht.”.
Deshalb beschlossen bildungsaktivistische Gruppen, bei ihren zukünftigen Protesten vermehrt gemeinsam zu handeln. Als ersten Schritt beschlossen sie, den 16. Juni als “Day of United Symbolic Actions” zu deklarieren.
An diesem Tag werden Gruppen weltweit an zahlreichen Orten öffentlich die im Herbst diesen Jahres anstehenden „Global Wave of Action for Education“ ankündigen. Diese wird bereits in mehreren Ländern vorbereitet und koordiniert. Den Startschuss für diese wird voraussichtlich ein großer Aktionstag in den U.S.A. am 7. Oktober darstellen. Anschließend wird es mit Besetzungen in Italien und darüber hinaus zu einer größeren Dynamik in Europa kommen. Zu bestimmten Zeitpunkten werden sich auch Gruppierungen aus Afrika, Asien und anderswo einbringen.
Hier ist eine Übersicht einiger Aktionen, die morgen als Teil des „Day of United Symbolic Action“ stattfinden werden:
* Deutschland: In Dresden wird eine landesweite Demonstration stattfinden. Zu dieser ruft ein breites Bündnis auf, allen voran die Konferenz der Studierendenschaft Sachsen.
In Marburg (Hessen) werden Aktivist*innen ein Banner am Universitätsgebäude anbringen und zur Teilnahme am “Global Wave of Action for Education” diesen Herbst aufrufen.
In Wilhelmshaven (Niedersachsen) inszenieren Aktivist*innen eine Kunstdarstellung, um die Nachricht der bevorstehenden “global wave” in die Öffentlichkeit zu tragen.
* Indonesien: Eine landesweite Organisation namens PEMPEBASAN mobilisiert für Massenaktionen in zahlreichen Regionen, darunter Jakarta, Yogyakarta, Ost-Kalimantan, Palu-Centre Sulawesi, Süd-Sulawesi, Madura-Ost-Java und Temate-Nord-Maluku. Der Protest richtet sich dort zusätzlich gegen die steigenden Preise für Elektrizität und Nahrung, sowie für freie öffentliche Bildung.
* Kosovo: Aktivist*innen der NGO N’Solidaritet veranstalten eine symbolische Aktion vor der Philosophischen Fakutät der Universität von Prishtina.
* Nepal: Die weltweite Nepalesische Studierendenorganisation (WNSO) wird ein Programm für freie und emanzipatorische Bildung in der Hauptstadt Kathmandu durchführen.
Daran teilnehmen werden studentische Vertretungen sowie des Bundes der Lehrer*innen.
* Philippinen: Das “League of Filipino Students” (LFS) hält eine Protestaktion vor dem Haus des Präsidenten in der Hauptstadt Manila ab. Sie protestieren gegen die acht größten Belastungen der Jugend: 1. Erhöhung der Studiengebühren, des Schulgeldes und anderer Gebühren, 2. Ein zu geringer öffentlicher Haushalt für Bildung, 3. Kürzungen von Klassenräumen und inadequate Ausstattung, 4. Starke Zunahme von Abbrüchen auf allen Ebenen in Folge der finanziellen Belastung, 5. Die zunehmende Demontierung von Forschungs-, Entwicklungs-, und Eigentumsrechten, 6. Exportorientierte Lehrplan- und Arbeitspolitik, 7. Schließung von Studierendenvertretungen und Studierendenpublikationen, 8. Nicht durchsetzungsfähige Regierungsbehörden.
* Russland: Eine Gruppe autonomer Arbeiter*innen mobilisiert Lehrer*innen, Arbeiter*innen und Angestellte in Bildungseinrichtungen, Eltern und Studierende für einen spontanen Flashmob in St. Petersburg.
Eine weitere Gruppe, welche sich “Civil Initiative for Social Human Rights” nennt wird ihre vierte Mahnwache und Straßentheater durchführen in Samara. Ihre Aktionen richten sich auch gegen ein neulich verabschiedetes Gesetz, welches den Weg für die Kommerzialisierung öffentlich finanzierter Einrichtungen ebnet.
* Sierra Leone: Wie in vielen anderen Ländern des Kontinents finden in
Sierra Leone Aktionen und Ereignisse als Teil des “African Child’s Day” statt, die von einem breiten Bündnis getragen werden. Das „National Youth Coalition Student Assembly” organisiert Versammlungen, die beide Aktionsrahmen miteinander verbinden.
* Schweiz: Eine Gruppe namens “Unsere Uni”, hervorgegangen aus den Protesten im vergangenem Herbst, führt in Bern als Teil des Aktionstages ein Straßentheater auf.
Weiter unten finden Sie eine Liste mit Kontaktmöglichkeiten einiger Gruppen, die an dem morgigen Aktionstag teilnehmen werden. Kontaktiere Sie diese, um weitere Einzelheiten zu ihren lokalen Umständen zu erfahren.
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Um in Zukunft aktuelle Neuigkeiten im Zusammenhang mit der „Global Wave of Action for Education“ zu erhalten, können Sie den Newsletter abonieren [Inhalte werden auf englisch versendet].
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Liste der Kontakte einiger Gruppen, welche aktiv im globalen Netzwerk involviert sind:
* France:
Front de lutte pour l’Education
e-Mail: front.education@gmail.com
Phone: +33 662 469 896
* Germany:
“Initiative Bildungsstreik Marburg”
e-Mail: united.for.education@gmail.com
Mobile: +49 1522 456 1455
Konferenz Sächsischer Studierendenschaften (= Conference of Student Bodies in the State of Saxony)
e-Mail: michaelmoschke@stura.tu-dresden.de
“Bildungsstreik Wilhelmshaven”
e-Mail: bildungsstreik-whv@gmx.de
Mobile: +49 174 102 3269
“Unibrennt München”
e-Mail: netzwerk@unsereunibrennt.de
Mobile: +49 1762 7475 335
* Indonesia:
PEMBEBASAN
e-Mail: kn.pembebasan@gmail.com
Phone: +62 85 64 77 35174 (Mutiara Ika, Chairperson)
* Italy:
Unione degli Studenti (UdS) di Cagliari
e-Mail: mail@udscagliari.tk
Phone: +39 345 9537351
* Kosovo:
N’Solidaritet
e-Mail: nsolidaritet@gmail.com
Phone: +38649642492
* Philippines:
League of Filipino Students (LFS)
e-Mail: lfsphilippines@gmail.com
Terry Ridon (National Chairperson)
e-Mail: teridon18@gmail.com
Phone: +63 915 531 0725
Aki Merced (International Liaison Officer)
e-Mail: jasm.lfsupd@gmail.com
Phone: +63 933 666 1328
* Nepal:
Worldwide Nepalese Students’ Organisation (WNSO – Nepal)
e-Mail: yadavyadu2004@gmail.com
Phone: +977 984 145 3923
* Russia:
“Avtonom”
e-Mail: dirtyjagger@gmail.com
Phone: +7 892 1895 2540
“Civil Initiative for Social Human Rights”
e-Mail: nata.chindina@gmail.com
Phone: +7 890 3308 2919
* Sierra Leone:
National Youth Coalition Students’ Assembly
e-Mail: medkwak@yahoo.com (Mohamed Kanneh, National Coordinator)
Phone: +232 77 843346
Es ist davon auszugehen, dass die Aktiven des Bildungsstreiks im Vergleich zu den Hochschul-Besetzungen des vergangenen Herbstes, mehr Menschen mit ihrer Forderung nach einem sozialen und demokratischen Bildungssystem, erreicht hat. Gerade der SchülerInnenanteil ist außerordentlich hoch gewesen, was die Breite der Bewegung verdeutlicht. Da vielerorts noch Aktionswochen bis 11. Juni laufen, werden die TeilnehmerInnenzahl noch weiter zunehmen. Darüber hinaus ist in den kommenden Tagen mit Bildungsstreik-Demonstrationen in weiteren Städten zu rechnen. Es ist möglich, dass die Zahl der Protestierenden auf über 100.000 Menschen steigt.
Diese Demonstrationen sind in folgenden Städten:
In den vergangenen zwei Jahren wurde dabei mehr heiße Luft als wünschenswerte Ergebnisse produziert.
Die Bildungsrepublik, welche schon 2008 ausgerufen werden sollte, musste einer Bankenrepublik weichen und wird wohl noch längere Zeit auf sich warten lassen.
Allein in Hessen und Schleswig Holstein wurden erst vor wenigen Wochen Ausgabenkürzungen im zweistelligen Millionenbereich bei Kitas, Schulen und Hochschulen angekündigt. Auch in Sachsen werden aller Vorraussicht nach Millionen eingespart werden – unter anderem bei der Jugendarbeit. Weitere Bundesländer werden folgen.
Vertreter der im Bildungssystem beteiligten Gruppen sind auch dieses mal nicht eingeladen. Am 10.Juni werden wir die Politik ein weiteres mal daran erinnern was wir fordern und dass wir ihre Sparvorhaben nicht tolerieren.
Kommt alle mit Fahrrad. Klingelt, trötet, trommelt, schreit!
Keine Kaputtsparerei! Nirgendwo!
Flyer:
]]>09.06.10. Am heutigen Mittwoch, den 9. Juni 2010, gingen erneut über 70.000 Menschen (Stand: 15.35 Uhr), darunter vor allem Schüler_innen, Studierende und Auszubildende, in über 40 Städten gemeinsam auf die Straße, um für ein demokratisches, frei zugängliches, selbstbestimmtes und ausreichend öffentlich finanziertes Bildungssystem zu demonstrieren. Unter anderem kam es zu Besetzungen und längeren Straßenblockaden. Besonders zahlreich waren die Proteste in Berlin, Dortmund, Stuttgart, Freiburg und Münster. Die Proteste halten zur Stunde mancherorts noch an. Demozüge in weiteren Städten starten erst noch. Darüber hinaus gibt es heute auch Bildungsproteste in Salzburg und Wien. Die Aktionswoche des Bundesweiten Bildungsstreik dauert noch bis zum 11. Juni.
Die Demonstrantinnen und Demonstranten forderten erneut ein selbstbestimmtes Lernen und Leben statt starrem Zeitrahmen, Leistungs- und Konkurrenzdruck. Sie kritisierten die Verkürzung der Gymnasialzeit auf acht Jahre sowie die Bachelor- und Masterstudiengänge in der derzeitigen Form. Sie lehnten die von zahlreichen Politiker_innen vorgeschlagenen Kürzungen bei Bildungshaushalten entschlossen ab und betonten, dass es trotz Wirtschaftskrise wichtig sei, kleinere Klassen einzurichten, mehr Lehrpersonal einzustellen und individuelle Förderung zu ermöglichen. Eine Wirtschaftskrise dürfe nicht auf Kosten einer neuen Bildungskrise angegangen werden.
“Gute Bildung braucht Muße und Ressourcen wie Zeit und Geld. Sie darf nicht auf reine Wissensvermittlung reduziert werden, sondern sollte auch einen gesellschaftsreflektierenden Ansatz verfolgen, der es Menschen ermöglicht, zu kritikfähigen Individuen heranzureifen”, sagt René Hornstein, Student aus Osnabrück.
Da ein freier Bildungszugang für alle Menschen gegeben sein sollte, müssten sämtliche Bildungsgebühren wie Studiengebühren, Ausbildungsgebühren und Kita-Gebühren abgeschafft werden. Der Zugang zu Bildung dürfe weder durch künstliche Barrieren beschränkt werden, noch vom Geldbeutel der Eltern abhängen. Da Millionen Menschen vom Zugang zu höherer Bildung aufgrund ihrer sozialen Herkunft oder einer Behinderung ausgeschlossen seien, würde die gesellschaftliche Entwicklung gebremst. Deshalb sei die Mehrgliedrigkeit des Schulsystems aufzuheben und bundesweit eine Schule für alle einzurichten. Nicht die Kinder hätten sich den Schulen anzupassen, sondern die Schulen den Kindern. Es seien inklusive Schulen, in denen nicht-behinderte Kinder und behinderte Kinder klassenübergreifend gemeinsam unterrichtet werden, schnell umzusetzen und die massive soziale Selektion zu beenden. Gleichzeitig forderten die Protestierenden die Organisation der deutschen Bildungseinrichtungen weitgehend in die Hände der Betroffenen zu legen.
“Da Schüler_innen, Auszubildende und Studierende am besten wissen, was sie lernen möchten, wollen wir mehr Mitbestimmungsrechte”, so André Auge, Schüler an der Christophorus- Förderschule in Bonn, und ergänzt: “Inklusive demokratische Schulen sind möglich. Pädagogische Konzepte dieser Art werden längst umgesetzt und erhalten bedeutende Schulpreise. Warum sie nicht in allen öffentlichen Schulen angewandt werden, ist für uns unverständlich und stellen eine Behinderung des gesellschaftlichen Fortschritts dar.”
Die Aktiven des Bildungsstreiks richten ihre Proteste insbesondere gegen die Kürzungen, die von einigen Ländern im Bildungsbereich vorgenommen werden sollen. Diese könnten die Privatisierung öffentlicher Bildungseinrichtungen begünstigen. Damit sei die Unabhängigkeit der Bildungseinrichtungen, von Schulen und Hochschulen, von Lehre und Forschung, in Gefahr. Die Aktiven des Bildungsstreiks beobachten eine zunehmende Privatisierung öffentlicher Güter und Dienstleistungen. Diese Ausrichtung nach wirtschaftlichen Interessen lehnen sie ab und fordern eine ausreichende Finanzierung der Bildung durch die öffentliche Hand.
“Solange die Missstände im deutschen Bildungssystem bestehen bleiben, werden die Aktiven des Bildungsstreiks weiter auf die Straße gehen”, so sind sich die Bildungsstreiker_innen einig.
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