Bildungsstreik im Juni
Studierende und SchülerInnen protestieren im kommenden Sommer erstmalig gemeinsam
für ein besseres Bildungssystem
Vom 15.-19. Juni werden in ganz Deutschland Menschen im Rahmen des Bildungsstreiks 2009 mit scharfen Protesten auf die Missstände und katastrophalen Veränderungen im Bildungssystem aufmerksam machen.
Die Aktionen werden sich gegen die aktuelle Bildungspolitik und ihre strukturellen sowie inhaltlichen Probleme richten. Einen der Höhepunkte der Streikwoche werden dabei bundesweite, dezentrale Demonstrationen am 17. Juni darstellen.
Am vergangenen Wochenende fand in Berlin das vierte bundesweite Treffen der lokalen Bildungsstreikbündnisse seit Oktober 2008 statt. „Über 150 Personen aus mehr als 40 Städten haben sich erneut intensiv mit den Herausforderungen des bundesweiten Streiks auseinandergesetzt. Es wurde ein Forderungspapier mit inhaltlichen Positionen erstellt und die Idee des Bildungsstreiks konkretisiert. Nun können die Aktionsvorbereitungen zum Semesterbeginn und nach den Osterferien in den einzelnen Städten starten und die Entstehung neuer Gruppen kann gefördert werden“, sagt Tobias Schumann, Mitglied des Presseteams.
„Mit diesen Forderungen stellen wir klar, dass unser Bildungssystem grundsätzliche Probleme hat, die nicht durch verkürzte oder in die falsche Richtung weisende Reformen gelöst werden können. Wir werden daher nicht lieb protestieren, sondern durch Demonstrationen, Blockaden, Besetzungen etc. die Erfüllung unserer Ziele einfordern“, erklärt Tobias Schumann weiter.
Ein breites Bündnis aus allen gesellschaftlichen Bereichen bereitet den Bildungsstreik 2009 vor. Sie alle setzen sich für selbstbestimmtes Lernen und Leben und einen freien sowie kostenlosen Bildungszugang ein. Dazu fordern sie die komplette öffentliche Finanzierung des Bildungssystems ohne Einflussnahme der Wirtschaft und die Abschaffung des Bachelor/Master-Systems in der derzeitigen Form. Weiterhin steht das Bündnis für die Demokratisierung aller Bildungseinrichtungen durch Mitbestimmung der Beteiligten.
Bereits am Samstag formierte sich ein Bildungsblock auf der Berliner Demonstration „Wir zahlen nicht für eure
Krise“, an dem sich über 500 Menschen beteiligten. „Der Staat pumpt Milliarden in marode Banken statt notwendige Reformen für ein emanzipatorisch ausgerichtetes Bildungssystem zu finanzieren.“ erklärt Nadia Sergan, ebenfalls Mitglied im Presseteam.
Wessen Bildung? Unsere Bildung!
Kontakt für Rückfragen: Tobias Schumann Tel. (01520 /14 681 36) oder Nadia Sergan (Tel. 0177/8378620)

Wieder eine Einladung an den schwarzen Block zur Randale. Dieser Aufruf in der Pressemitteilung ist wirklich so nicht hinnehmbar, meiner Meinung nach! In meiner Heimatstadt wird oft gegen rechts demonstriert und jedesmal vernichten diese Demonstranten die gesamte innenstadt. Wieder ein Beispiel wie eigentlich etwas gutes zum schlechten wird. Ihr müßt sinnvolle konstruktive Kritik nicht mit besetzungen untermauern das nutzen wieder einige aus. ich wollte das nur dalassen da mir klar ist das ihr dadurch euerem Ziel niemals näher kommt.
Mfg
also erstmal ist das eine super aktion und ich hoffe, dass viele unis und studentInnen sich daran beteiligen
was ich aber bemängeln muss, sind schlagworte wie “Abschaffung des Bachelor/Master-Systems”.
ich denke sie verfehlen ihren zweck. viele (mich eingeschlossen) leiden darunter, dass das bachelorstudium in der industrie bzw. allgemein in der gesellschaft keine akzeptanz findet.
jedoch müssen wir nun in diesem system studieren und eine weitere abwertung meines studiums muss ich nicht haben. außerdem halte ich die kritik an dem system in großen teilen für nicht gerechtfertigt.
ich sehe das problem mehr darin, dass die hochschulen es einfach nicht richtig umgesetzt haben bzw einfach so weitergemacht haben wie zuvor.
um meine ansichten jetzt zu begründen könnte ich mich totschreiben, da ich auch der ansicht bin, dass so ziemlich alles falsch läuft.
darum nochmal super aktion.
[...] selbstbestimmtes Lernen und Leben und einen freien sowie kostenlosen Bildungszugang ein. Dazu fordern sie die komplette öffentliche Finanzierung des Bildungssystems ohne Einflussnahme der Wirtschaft und die Abschaffung des Bachelor/Master-Systems in der derzeitigen Form. Weiterhin steht das Bündnis für die Demokratisierung aller Bildungseinrichtungen durch Mitbestimmung der Beteiligten. Quelle [...]
Es gibt doch offensichtlich einen Unterschied zwischen “Innenstadt vernichten” und der politisch gezielt eingesetzen Besetzung von z.B. Universitätsgebäuden gepaart mit klaren Forderungen…
@ Matthias:
Es steht dort “Abschaffung von BA/MA in der derzeitigen Form” –> das schließt eine inhaltiche Veränderung des Studienaufbaus unter dem Label “Bachelor” nicht aus!!
klar besteht ein Unterschied zwischen “Innenstadt vernichten” und “besetzen mit klaren Forderungen” leider bleibt dieser Unterschied meist in der Theorie hängen, auch weil sich nie jemand von den Innenstadtvernichtern im vornherein (und meist nichtmal im nachhinein) distanziert wird.
Alte Jesuiten-Weisheit :”Der Zweck heiligt die Mittel”
also wenn deine Politische Ausrichtung gut ist kann dein verhalten ruhig asozial und kontraproduktiv sein.
Ist deine Haltung scheiße, kannst du noch so brav sein und niemanden stören, dann hast du in unserer Demokratie nix verloren.
Die großen Vorbilder der Besetzungs-Taktik, haben immer gepredigt das das richtige Verhalten ALLER Beteiligten (Gruppen) grundlegend wichtig ist für den nachhaltigen Erfolg. Und brieften des halb alle entsprechend, bzw hatten Strategien was bei Fehlverhalten einzelner zu tun sei.
Und was mir immer noch fehlt ist was das strategische Ziel dieser Aktionen sein soll?
Öffentlichkeit?
Druck um endlich in Verhandlungen treten zu können?
Druck um bestehende Verhandlungen voranzutreiben?
Gibt es den schon Verhandlungen? und wer führt sie? und wie sind diese Leute darauf vorbereitetß die ARguemtative Schiene fehlt mir bisher noch in den Verlautbarungen? ebenso das auftauchen bei den Verhandungsgelegenheiten
zumindest hier in Hamburg belieben die Aktivisten scheinbar dort immer fern.
Schade – aber vllt nur Hamburger Problem, das wird eh immer wenig Argumentiert, hier versucht man es mit (meist geklauten) Parolen und gut ist
Ich hoff ihr andren macht es besser, das wünsch ich uns
konformist(inn)en!! bei diesen “Forderungen” kömma eigentlich auch gleich in das Programm schreiben: “Wir möchten dass die Verhältnisse so bleiben wie sie sind. aber bitte mit besser verwertbaren Studiengängen”.
Das liest sich hier alles wie SPD Parteiprogramm!!
alles für alle!! (nicht nur bessere Jobs für ein paar)
Der von Michael aufgezeigte Unterschied zwischen “Innenstadt vernichten” und den seiner Meinung nach wohl in der Pressemitteilung gemeinten Protestformen sollte meiner Meinung nach, so die Veranstalter das ebenfalls so sehen, in ihren Verlautbarungen mit mehr Deutlichkeit herausgestellt werden, sprich die erwünschten Protestformen klar definiert werden, sonst kann man wirklich auch den Eindruck bekommen, es sei mehr ein verstecktes “Ihr könnt auch randalieren, wenn ihr wollt”, was sicher nicht zu einer doch so wünschenswerten hohen Beteiligung “normaler” (sprich vor Gewalt durchaus begründet zurückschreckender ) Bürger, Studenten und Schüler beiträgt. Außerdem finde ich sollten die Organisatoren die Wahl der von ihnen propagierten Protestformen ein bisschen genauer begründen. Ich halte das nämlich nicht grundsätzlich für notwendig und eben für eine breite Beteiligung, die weitaus wichtiger ist, für nicht gerade förderlich. So bin ich nämlich noch im Zweifel, was ich jetzt von diesen Aktionen halten soll, auch wenn ich einem Großteil der Ziele durchaus zustimme.
Gewalt ist Banane. Jedi Block!
Oxitocyn für Autonome mit Testosteronüberschuss.
Erst mal halte ich die ganze Aktion für verdammt wichtig und bin froh, dass es solch ein bundesweites Bündnis zum strukturiert organisierten Protest gibt.
Ich verabscheue körperliche Gewalt, auch zur Erreichung von idiellen Werten. Denn so wird das zu erreichende Ziel schnell durch ihre Mittel zu Boden gerissen- für die Öffentlichkeit ein brutales Ungetüm, gezüchtet von anarchistischem Studentenpack. Aber das sollte doch jedem klar sein!
Natürlich lässt sich der Sinn einiger Stellen der Pressemitteilung durch ihre Offenheit in einen Aufruf zur sachbeschädigender Gewalt wandeln, es ist eine Möglichkeit. Aber eben nur eine Möglichkeit, welche im Ermessen jedes einzelnen liegt zu verwirklichen. Ich halte nichts von strikt vorgegeben Protestformen. Jeder sollte sich über seinen Protest selbst Gedanken machen, was er selbst verantworten kann- immer unter der Berücksichtigung von der Freiheit der Anderen. Daher ist die Offenheit der Pressemitteilung ein geeignetes Mittel, um das Denken jedes einzelnen anzuregen, einen Diskurs zu schaffen.
Man muss auch bedenken, was ein konventioneller Protest (schon seltsam und bedauernswert, dass Proteste eine konventionelle Färbung angenommen haben) und was andere Protestformen erreichen können. Wichtig dabei ist, dass man die Protestform nicht nur aus seiner eigenen Perspektive betrachtet, sondern sich überlegt, wie der Protest von der Öffentlichkeit und vor allem von den politischen Entscheidungsträgern aufgenommen wird. Denn dort muss man eine Veränderung im Geiste bewirken. Keine Regierung lässt sich erpressen, zwingen etwas zu tun.
Was wird der Staat unternehmen, wenn im ganzen Bundesland Mülltonnen und Autos brennen, Schaufenster eingeschlagen werden oder ähnliche drastische Mittel ergriffen werden? Wie berichten die Massenmedien darüber, welche die Meinung der restlichen Bevölkerung mit bestimmen?
Die Frage lautet: Führt die gewählte Protestform zum gewünschten Ziel oder nur zur Bestätigung in der eigenen Gruppe?
Auch mit den vom System bereit gestellten Mitteln lässt sich ein wirkungsvoller Protest gestallten. Und dieser ist für die Entscheidungsträger viel bedrohlicher. Denn so besteht nicht mehr die Möglichkeit sich in die Nische der “illegitimen Mittel der Demonstranten” zu flüchten. Ein solcher Druck ist weitaus erdrückender.
Strengt euer Hirn an für einen innovativen, originellen, druckreifen und damit wirkungsvollen Protest!
[...] ihr ein aktuelles Programm abrufen. Ich hab euch aber auch eine PDF (Stand Montag) angehängt. Hier findet ihr sonst auch die Presseerklärung zum bundesweiten [...]
[...] im Bildungssektor Beschäftigte in Potsdam. Die aktuellen Proteste resultierten auch aus den schon im Sommer 2009 stattgefundenen Bildungsprotestaktionen. Es ist notwendig unseren bisher nicht erfüllten Forderungen Nachdruck zu verleihen, zu denen [...]